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Welpenführer von
Eukanuba
Alles, was lhr Welpe für einen groβartigen
Start benötigt.
Die Sozialisierung Ihres Welpen
Als Sie sich dazu entschlossen haben, einen Welpen großzuziehen und sich nicht einen ausgewachsenen Hund zuzulegen, da waren Sie sich sicher zumindest zum Teil bewusst, was auf Sie zukommen wird. "Da werde ich mich wohl auf Hundepipi und angenagte Möbel einstellen müssen", dachten Sie sich wahrscheinlich, als Sie den Wurf der flauschigen Welpen betrachteten. "Aber zumindest muss ich mich jetzt nicht mehr länger fragen, warum die Leute im Tierheim meinen Kleinen immer Tiger genannt haben." Dies als Trost für Sie. Zu Hause ist Ihnen dann aber schnell klar geworden, was es beispielsweise mit der hundlichen Körperpflege auf sich hat. Sie sind aber nicht nur dafür verantwortlich, Ihr Haustier stubenrein zu bekommen, Sie müssen ihm auch Manieren beibringen. Schließlich möchten Sie nicht nur, dass der Hund gehorcht, er soll sich auch anständig verhalten gegenüber allen möglichen unterschiedlichen Leuten - und natürlich auch gegenüber anderen Tieren. Das ist zwar ein hochgestecktes Ziel, aber mit viel Mühe und Geduld (sowohl von Ihrer Seite als auch Ihres Schutzbefohlenen) können Sie es schaffen. Wir haben diesbezüglich einige Vorschläge für Sie parat, wo Sie ansetzen können.
Die unterschiedlichen Entwicklungsstadien Ihres Welpen
Bevor Sie eine Erziehungsstrategie für Ihren Welpen entwickeln können, ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, wie Junghunde eigentlich ticken.
- Sieben bis acht Wochen: Viele Züchter setzen ihre Welpen in diesem Alter ab und entlassen sie in ihr neues Zuhause. Dies ist die ideale Zeit zur Annahme, da die Welpen in diesem Alter anfangen, selbständiger zu werden und ihre Umgebung auszukundschaften.
- Acht bis zehn Wochen: Ihr Kleiner wird wahrscheinlich eine gewisse Zeit durchmachen, während der er besonders ängstlich ist. Er wird sich eng bei Ihnen halten und ist leicht zu erschrecken. Versuchen Sie daher, Lärm zu vermeiden und gestalten Sie neue Erfahrungen für den Kleinen so unbedrohlich wie möglich. Wenn also beispielsweise Ihr fünfjähriger Sohn in dieser Zeit seinen Geburtstag feiert, verlegen Sie diesen vielleicht besser nach draußen und halten Sie den kleinen Welpen fern von so einem Spektakel.
- Ab der zehnten Woche: Der Welpe kommt ins "Flegelalter", eine Periode, die bis zum Erwachsenenalter dauert und während der der Junghund sehr neugierig und erkundungsfreudig ist. Diese Zeit ist hervorragend dazu geeignet, ihn mit neuen Erfahrungen zu konfrontieren und an der Erziehung des Tiers zu arbeiten. Bitte beachten Sie, dass einige Welpen im Alter von vier bis fünf Monaten eine zweite Periode erhöhter Ängstlichkeit durchmachen.
Den Junghund mit anderen Menschen konfrontieren
Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Menschen. Es kommt also darauf an, dass Ihr Hund mit anderen Menschen zurecht kommt. Wenn Ihr Vierbeiner das gewünschte Verhalten an den Tag legt, belohnen Sie ihn stets mit etwas Leckerem.
- Beginnen Sie also diese Erziehungsmaßnahme damit, dass Sie Ihren Welpen auf eigenem Terrain für kurze Zeit mit einigen ruhigen Freunden in Kontakt bringen. Laden Sie dann vielleicht ein oder zwei Nachbarn auf ein Getränk auf Ihrer Terrasse ein und lassen Sie den Kleinen von ihnen ein wenig hinterm Ohr kraulen. Wenn Ihre Gäste ihn begrüßen, sollen sie möglichst in die Hocke gehen und ihn auf sich zukommen lassen. Dadurch kann der Welpe von sich aus die Annäherung kontrollieren.
- Sobald Ihr Tier sich mit "Hausbesuchen" angefreundet hat, nehmen Sie ihn mit in den Park oder den Hundeauslauf. Lassen Sie ihn entscheiden, wem er sich annähern will und für wie lange. Sie sollten Ihren vierbeinigen Begleiter nie in eine Situation zwingen, in der er sich fürchtet. Es versteht sich dabei von selbst, dass der Person, der er sich nähert, dieser Kontakt selbst auch erwünscht ist. Denn einige Leute haben Angst vor Hunden, auch vor jungen Hunden.
- Es ist außerdem wichtig, den Welpen mit ganz unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu bringen, die auch ganz unterschiedliche Verhaltensweisen an sich haben. Denn einige Hunde könnten sonst eine Abneigung gegenüber Leuten entwickeln, die eine andere Erscheinung haben als Sie und die ihnen daher "verdächtig" vorkommen. Ihr Postbote wird es Ihnen sicher danken.
- Sobald sich Ihr Welpe mit fremden Erwachsenen angefreundet hat, bringen Sie ihn für eine begrenzte Zeit in Kontakt mit älteren Kindern. Eine solche Begegnung müssen Sie natürlich gut im Auge behalten, denn Kinder können leicht über die Stränge schlagen und den Kleinen erschrecken. Wenn Sie selbst keine Kinder kennen, gehen Sie mit dem Welpen in den Park. Er wird dann meistens von sich aus den Kontakt zu Kindern suchen. Denken Sie daran: Auch wenn Sie selbst keine Kinder in der Familie haben, ist es ganz wichtig, den Junghund auch an Kinder zu gewöhnen. Wenn Hunde nicht frühzeitig den Umgang mit Kindern lernen, entwickeln sie ihnen gegenüber später oft aggressive Verhaltensweisen. Bei Kleinkindern, die herumrennen und schrille Töne von sich geben, kann dies dazu führen, dass in Hunden, die nicht an spielende Kinder gewöhnt sind, der Raubtierinstinkt erwacht.
Der Umgang mit anderen Hunden
Selbst Welpen, die sich als Bestandteil Ihrer Familie fühlen, müssen lernen, auch in der Hundewelt zurecht zu kommen. Zumindest werden Ihnen und Ihrem kleinen Begleiter andere Hunde (oder deren Fährte) begegnen, wenn Sie Ihre täglichen Runden drehen. Daher muss sich Ihr Vierbeiner auch in der Hundekommunikation üben.
- Also heißt es wieder ab in den Park und vierbeinige Spielkameraden ausfindig machen. Lassen Sie wohlwollendes gegenseitiges Beschnuppern und ein wenig Spielerei zu, aber ziehen Sie sich zurück, wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kleiner fürchtet sich oder die anderen Hunde haben schlechte Manieren.
- Vielleicht möchten Sie einen Hundespiele-Nachmittag organisieren. Laden Sie Freunde zu sich in den Garten oder Hof ein und spielen Sie eine Runde Frisbee.
- Beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass die Sozialisierung mit anderen Hunden ungemein wichtig ist bei Rassen, die von ihrer Veranlagung her dominant oder aggressiv sind.
Der Umgang mit anderen Haustieren
Ihr Welpe und Ihre Siamkatze werden wahrscheinlich nie ein Herz und eine Seele (vielleicht kennen Sie die Walt-Disney-Geschichte "Die Lady und der Tramp"), aber Sie können sie zumindest dazu erziehen, miteinander auszukommen.
- Halten Sie den Neuling zu Beginn sicherheitshalber erst einmal eine Weile in einem Zwinger unter Verschluss und erlauben Sie dem alteingesessenen Tier dann, dem neuen Geschöpf einen Besuch abzustatten. Dehnen Sie dann allmählich die "Besuchszeiten" weiter aus, bevor Sie die Beiden schließlich ohne trennende Gitter miteinander in Kontakt bringen. Überwachen Sie diese Zusammenkünfte so lange, bis Sie sicher sein können, dass nichts mehr passieren kann.
- Bedenken Sie bitte auch, dass der Welpe nach wie vor andere Tiere jagen möchte, die er als Beute betrachtet, egal wie wohlerzogen und konditioniert Ihr Hund auch sein mag. Sowohl für Ihr Zuchtkaninchen als auch für Ihren dreijährigen Sohn wäre es sehr unangenehm, eine Art Safarijagd durchs Kinderzimmer miterleben zu müssen. Lassen Sie also Flauschi lieber in seinem Kaninchenstall und außer Reichweite des kühnen Junghundes.
Der Umgang mit neuen Erfahrungen
Ihr Staubsauger kann sich für einen jungen Welpen unter Umständen als furchterregendes Monster darstellen. Alles ist ruhig und plötzlich erwacht dieses Ungetüm mit ohrenbetäubendem Krach zum Leben und fängt an, die Hundehaare von der Couch aufzusaugen. Wenn Sie den Kleinen nicht unnötig erschrecken und vermeiden wollen, dass er Ihnen aus lauter Angst auf den Wohnzimmerteppich pinkelt, gewöhnen Sie ihn Schritt für Schritt an neue Erfahrungen.
- Lassen Sie ihn den ausgeschalteten Staubsauger und andere aus seiner Sicht mysteriösen Erscheinungen erst in aller Ruhe inspizieren. Heißen Sie ihn dann in sicherer Entfernung zum inkriminierten Objekt Platz nehmen, bevor Sie das Gerät kurz an- und wieder ausschalten. Nachdem Sie das Gerät wieder ausgeschaltet haben, bleiben Sie dabei stehen und rufen Sie den Hund zu sich. Belohnen Sie ihn nach dieser Übung. Wiederholen Sie dann die ganze Prozedur aber lassen Sie das Gerät nach und nach immer länger eingeschaltet. Rufen Sie ihn schließlich zu sich, während das Gerät weiterhin läuft. Irgendwann wird er dann schon merken, dass der Staubsauger, Fernseher oder die Waschmaschine nicht beißen.
Empfohlene Literatur:
Neil, David H., und Clarice Rutherford. How to Raise a Puppy You Can Live With (Wie man sich einen Welpen als Gefährten erzieht). Alpine Publications, Loveland, Colorado, 1981.
The Monks of New Skete. The Art of Raising a Puppy (Die Mönche von New Skete. Die Kunst der Welpenaufzucht). Little, Brown and Company, 1991.
Einen Welpen großzuziehen und ihn zu sozialisieren ist mit einem immensen Aufwand an Zuneigung verbunden. Wenn Sie alles richtig machen, ist Ihr Hund eines Tages vielleicht so diszipliniert, dass Sie ihn sogar mit ins Fußballstadion nehmen können.
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